8 Rennen in 10 Tagen, in drei Ländern

Eine internationale Woche.

Der letzte Bericht ist zwar von Anfang August, das heißt aber nicht, dass ich keine Rennen gefahren bin. Ganz im Gegenteil: Am 4. August stand der Sparkassen Giro in Bochum auf dem Programm, wo ich mit meinem Team RSG Placeworkers an der Startlinie stand. Leider was das Rennen für mich schnell beendet, denn ich landete in der dritten (von zu fahrenden 30 Runden) Runde im Absperrgitter. Ich setzte mich gerade vor das Feld, um meine Teamkollegin aus dem Wind zu nehmen. Dabei überschätze ich meine Geschwindigkeit in der engen Linkskurve und verfing mich im Fuß des Absperrgitters. Glücklicherweise konnten die Frauen hinter mir schnell reagieren und ausweichen. Ich konnte auch direkt wieder auf mein Rad aufsteigen und weiterfahren, aber das Rennen war für mich gelaufen. Außer ein paar Schürfwunden ist mir nichts passiert, doch mein Kopf hat zu gemacht. Das Rennen fuhr ich allerdings noch zu Ende.

Besser lief es die Woche darauf: Das Wheel Divas Cycling Team aus Berlin, mit dem ich auch in Tschechien die Krasna Lipa Rundfahrt gefahren bin, hat mich auf ihre Belgienwoche eingeladen. Dort hatten wir ein Ferienhaus in Antwerpen gemietet, wo wir für 7 Tage wohnten. Aber eins nach dem anderen:

Am Freitag (9.08) startete ich zum ersten Mal bei einem Kriterium in den Niederlanden. In Maastricht fand am Abend ein Showrennen statt, das ich auf dem Weg nach Belgien noch mitnehmen wollte. Der Kurs hatte sage und schreibe 11 Kurven, alle möglichen Sorten von Kopfsteinpflaster und zusätzlich stand die ganze Straße dank langanhaltender Regenschauer unter Wasser. Demnach konnte ich dem hohen Tempo der anderen Frauen, teilweise waren Profiteams am Start, nicht mitgehen. Somit nutzte ich es zusammen mit einer Teamkollegin als Trainingsrennen.

Am Samstag stand dann das erste Rennen in Belgien auf dem Programm. Die Runde war 5 km lang, wir fuhren 17 Runden, sodass das Rennen mit 85 km um einiges länger war, als vergleichbare Rennen in Deutschland. Auch das Frauenfeld ist größer, es waren ca. 90 Frauen am Start. Eine weitere Besonderheit ist, dass Fahrerinnen, die aus dem Feld fallen sofort rausgenommen werden. Es war ein spannender Rennverlauf. Immer wieder wurde vorne attackiert und es entstanden kleine Ausreißergruppen, doch es dauerte bis zur Hälfte, bis sich eine entscheidende fünfköpfige Gruppe absetzen konnte. Leider konnte ich diesen Sprung nicht mitgehen und fuhr das Rennen im reduzierten Feld durch, am Ende wurde es Platz 42.

Am Sonntag (11.08) fuhren wir ein Rundstreckenrennen in Zevenbergen (Niederlande). Hier standen die ganz großen Namen an der Startlinie. Zusammen mit Marianne Vos, Lorena Wiebes, Ellen van Dijk, Kirsten Wild und einigen Profis mehr, starteten wir in die erste von 33 Runden. Schon hier trennte sich die Spreu vom Weizen und die Profis setzten sich weit ab. Am Anfang konnte ich noch mitgehen, doch die eine Kurve kostete mir jedes Mal wertvolle Körner, sodass ich bald reißen lassen musste. Alleine fuhr ich noch ein paar Runden hinterher, ich war bis auf 11 Sekunden dran, doch lange konnte ich dieses enorm hohe Tempo nicht mitgehen. Den Rest des Rennens verbrachte ich in drei bis vierköpfigen Verfolgergruppen, bevor wir 2 Runden früher rausgenommen wurden. Am Ende stand Platz 18 auf der Ergebnisliste und ein tolles Erlebnis, neben, hinter und gegen diese Profis zu fahren.

Montag, Dienstag und Freitag standen wir wieder bei verschiedenen Rennen in Belgien am Start. Alle waren zwischen 85 und 95 km lang. Die Runden reichten von einem 3 km Rundkurs durch die Stadt, über eine 5 km lange Runde mit bösen Kopfsteinpflaster bis hin zu einer flachen 5 km Runde ohne größere Schwierigkeiten. Ich konnte alle Rennen erfolgreich beenden, wobei ich sogar zwei Mal unter die Top 10 gefahren bin. Zwei Mal Platz 8, viel Tempoarbeit, Attacken und das Mitgehen in Ausreißergruppen zeigten mir, dass ich diese Rennen nicht nur passiv mitfahren, sondern auch aktiv mitgestalten kann. Diese Rennen waren alle eine super Lerneinheit für mich. Das große Frauenfeld, die lange Distanz und die aktive Renngestaltung waren viel Neues für mich und ich konnte dadurch viele neue Erfahrungen mitnehmen. Glücklicherweise konnte ich einigen Stürzen, vor allem bei den regennassen Straßen und dem nassen Kopfsteinpflaster, ausweichen, sodass ich am Samstag unverletzt und in bester Form zurück in Deutschland an der Startlinie stehen konnte.

 

Zurück in NRW wurden die Rennen wieder sehr viel kürzer, dafür aber nicht unbedingt weniger hart. Am Samstag (17.08) standen wir in Stolberg am Start. Die Runde war 1,2 km lang, wir drehten 34 Runden zusammen mit den Junioren, sodass am Ende eine Gesamtstrecke von 40 km auf dem Tacho stand. Zwar dauerte das Rennen nur etwa eine Stunde, also um einiges kürzer, als die Rennen in Belgien, doch durch die vielen schnellen Antritte nach den Kurven wurde es trotzdem ein hartes Rennen. Ich versuchte immer wieder mich abzusetzen, konnte zwischenzeitlich auch etwa 10 Sekunden rausfahren, doch das Feld rollte wieder zusammen. Ich konnte zwar einige Prämien ersprinten, doch der Schlusssprint hat dann leider nicht ganz für den Sieg gereicht. In der letzten Runde startete ich bereits in der vorletzten Kurve eine Attacke, da im Feld einige gute Sprinterinnen dabei waren. Ich konnte mich auch absetzen, doch Lydia Ventker konnte noch knapp vorbei und holte sich den Sieg. Mit dem Zweiten bin ich jedoch auch sehr zufrieden, ich merkte definitiv meine Beine und vor allem die schnellen Tempoverschärfungen taten nach der Belgienwoche weh.

Doch Erholung war noch nicht angesagt, erst stand noch das letzte Rennen für diese Woche auf dem Programm. In Nettetal starteten wir am Sonntag zusammen mit den Senioren. Es regnete stark, doch die 2 km Runde konnte man trotzdem einigermaßen schnell fahren. Durch das Tempo der Senioren wurde das Frauenfeld schon in der ersten Runde zerrissen. Ich war in der sechsköpfigen Spitzengruppe der Frauen dabei und schnell übernahmen wir die Tempoarbeit, sodass uns die Senioren fahren ließen. Ich attackierte einige Male, doch kleine Lücken wurde immer wieder zu gefahren. Somit endete es in einem Sprint der Gruppe, in dem ich 5. wurde. Ich versuchte mich wieder vorher rechtzeitig abzusetzen, doch diesmal war es zu früh, was mir aber wieder eine Lehre war, besser und vor allem im richtigen Moment zu attackieren.

Allem in allem waren es unglaublich lehrreiche, schöne und erfolgreiche Tage. Ich bin dankbar für jede einzelne Erfahrung, die ich mitnehmen konnte, jedes Rennen mit seinem eigenen Rennverlauf und alle schönen Eindrücke, die ich erleben durfte. Nicht nur sportlich hat es mich wieder weiterentwickelt, auch die Erfahrung mit einem Team unterwegs zu sein, jeden Tag im großen Frauenfeld mit längerer Renndauer Rennen zufahren und dabei viel Spaß und Freude zu haben zeigt mir, dass es meine absolute Leidenschaft geworden ist. Besonders schön war auch, dass an der Strecke unglaublich viele Zuschauer standen, um die Fahrerinnen anzufeuern, ohne dass im Anschluss noch ein großen Männerrennen stattfinden muss. Ich freue mich jetzt schon auf die kommende Saison, die hoffentlich viele Rennen in Belgien und den Niederlanden mit sich bringt, denn dort würde ich gerne zurückkommen, um wieder Rennen zu fahren.

Am Sonntag (15.09) steht noch das letzte Bundesligarennen 2019 in Sebnitz statt, wo ich noch einmal mit meinem Team Placeworkers am Start stehen werde. Mal schauen, was da noch geht. Momentan bin ich in der Gesamtwertung der Bundesliga auf Rang 18, mit dem Team stehen wir auf dem 2. Platz.

Sportliche Grüße
Eure Svenja

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