24 Stunden durch die Grüne Hölle

Rad am Ring, 24 h Stunden Rennradrennen in der Grünen Hölle.

Am letzten Juli Wochenende ging es für mich noch mal zu einem ganz neuen Abenteuer. Rad am Ring: 24 h Rennradrennen im 4erTeam. Start war am Samstag um 12.45 Uhr. Ich startete aus der zweiten Reihe in die erste Runde und fuhr direkt ziemlich zügig mit den schnellsten Männern los, erst eine Runde auf der Grand Prix Strecke, bevor es raus auf die Nordschleife ging. Das Tempo war enorm hoch, wobei die ersten 10 Kilometer der insgesamt 26 km langen Runde bergab gingen, gespickt von vielen Kurven und Gegenanstiegen. An der fünf Kilometermarke durfte man sich dann in die bekannte “Fuchsröhre“ stürzen, wo man Höchstgeschwindigkeiten von über 90 km/h erreichen kann.

In der Senke unten angekommen, geht es erst leicht wieder hoch, bevor man nach weiteren schwierigen Kurven den Beginn des fünf Kilometer langen Anstiegs erreicht. Erst merkte ich die Steigung gar nicht so richtig, man kommt nur plötzlich einfach nicht mehr voran. Doch nach wenigen Minuten wurde das Tempo immer langsamer und man wusste, jetzt geht es hoch zum höchsten Punkt der Strecke, hoch auf die berühmte „Hohe Acht“. Nach den ersten zwei leicht ansteigenden Kilometern kam das steilste Stück, mit über 17 % Steigung. Hier sah man den ein oder anderen Radsportler sein Sportgerät hochschieben, da die Beine an dieser Stelle doch sehr müde waren. Oben angekommen wusste man aber, dass die meisten Höhenmeter geschafft sind und bis auf ein paar kürzere Gegenanstiege keine langen bergauf Passagen mehr kommen – zumindest für diese Runde. Dann hatte man 550 Höhenmeter hinter sich gebracht.

In der ersten Runde versuchte ich vorne dabei zu bleiben, was mir auch gut gelungen ist. Es war schnell, aber ich hatte noch frische Beine und konnte schon nach 42 Minuten den Transponder an meinen Teamkollegen überreichen. Die ersten beiden Runden waren die schnellsten, in der Dritten wurde ich leider von Bauchkrämpfen geplagt, weil ich zu spät gegessen habe. Zwischen den Runden hatte ich immer ca. 2,5 h Pause, bevor ich mich wieder fertig machen musste. In der dieser Zeit musste man dann Essen und sich am besten möglichst viel ausruhen. Dank meiner Teamkollegen hatten wir immer warme Nudeln auf dem Tisch und zusammen schafften wir es, den Überblick zu behalten, wer wann dran ist. Das Wetter hatte sich mittlerweile von leicht bewölkt zu ziemlich nass und ungemütlich geändert, sodass wir keine Runde nicht nass wurden. Als es langsam dunkel wurde, kam es zu ersten Motivationslücken.

Ich übernahm die erste Doppelrunde, sodass mein Team eine längere Pause zum Schlafen hatte. Sobald ich auf meinem Rad saß und mich die ersten Meter warmgefahren habe, machte es mir jede einzelne Runde unglaublich viel Spaß. Erst der schnelle Teil mit absoluten Höchstgeschwindigkeitsrekorden, dann die herausfordernde Steigung mit dem Steilstück zur „Hohen Acht“ und dann die restlichen Kilometer auf dem Ring, hatten einen ganz besonderen Charakter. Trotz des Wetters, das uns immer wieder dazu gezwungen hat, langsamere Rundenzeiten zu fahren, hatte ich große Freude an diesem Event. Besonders verrückt waren die Stunden in der Nacht, denn man konnte aufgrund von dichten Nebelwolken keine 15 Meter weit sehen, sodass man sich an den Rücklichtern der anderen orientieren musste. Nicht nur, dass es mitten in der Nacht und dunkel war und mein Körper eigentlich nur schlafen wollte, kamen nun noch die erschwerten Sichtbedingungen hinzu. Trotzdem pedalierte ich Runde für Runde und freute mich auf das Tageslicht. Doch auf einen Sonnenaufgang war nicht zu denken, stattdessen regnete es ab dem Moment, als ich meine Lichter am Rad ausgeschaltet habe.

Als ich nach meiner zweiten Doppelrunde wieder auf meinen Teampartner wechselte, merkte ich, dass es doch an den Kräften zerrte, ohne richtigen Schlaf und bei den Wetterbedingungen diese anspruchsvolle Runde zu fahren. Nachdem der Regen aber nicht weniger wurde und die Stimmung nicht mehr ganz so euphorisch war, startete ich um 10 Uhr in meine finalen Runden und pedalierte noch zweimal den Nürburgring entlang. Anschließend packten wir schnell alles ein und verließen den Ring fluchtartig, da es der Regen ziemlich unangenehm gemacht hat.

Allem in allem war es ein super Erlebnis und auf eine gewisse Art ein ganz neues Abenteuer. Ich bin insgesamt 9 Runden gefahren, was 236 km entspricht, habe dabei knapp 5000 Höhenmeter zurückgelegt und 8 Stunden im Sattel gesessen. Gerne würde ich solch ein Event wieder mal machen, dann aber in einem reinen Frauenteam und mit Ambitionen auf den Sieg 😊

Sportliche Grüße
Eure Svenja

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