Svenja Betz wird Achte der Frauen-DM

74 Frauen waren gestartet, 23 kamen nur ins Ziel.

Am gestrigen Sonntag fanden die Deutschen Meisterschaften 1-er Straße der Frauen Elite am Sachsenring bei Chemnitz statt. Zum ersten Mal stand ich bei solch einem großen Event an der Startlinie. Zusammen mit meinem Bundesligateam den RSG Placeworkers, vielen anderen Bundesligafahrerinnen und einigen Profifahrerinnen, unter anderen von Canyon/Sram und WNT Rotor, wurden wir um 8 Uhr auf die 103 km lange Strecke geschickt.

Die insgesamt 10 Runden, wovon 7 Große und anschließend noch 3 Runden auf dem Sachsenring gefahren wurden, ergaben zudem ca. 1800 Höhenmeter. Das tückische an diesem Rennen war, dass es nur eine Karenzzeit von 2 Minuten gab. Somit wurden Fahrerinnen mit mehr als 2 Minuten Rückstand auf die Spitzengruppe aus Sicherheitsgründen sofort rausgenommen. Man wusste also, dass vermutlich nur ein stark dezimiertes Fahrerfeld ankommen wird. Und schon nach der ersten Runde wurden die ersten Fahrerinnen rausgenommen, sodass sich das Feld stetig verkleinerte.

In der dritten Runde attackierte Profifahrerin Mieke Kröger, ich konnte mitgehen und es bildete sich eine 5 -köpfige Spitzengruppe. Zusammen konnten wir über 30 Sekunden auf das Hauptfeld rausfahren, doch an der Steigung zerriss unsere Gruppe und das Feld kam wieder näher. Kurz darauf entstand wieder ein 24-köpfiges Feld, gestartet waren 74.

Immer wieder wurde attackiert, aber bedeutend absetzen konnte sich keiner mehr. In der 6. Runde ging es ein letztes Mal auf die Strecke außerhalb des Rings, noch einmal die Steigung überstehen und dranbleiben. Meine Beine krampfen schon seit einigen Kilometern. Die ganze Zeit in der Spitzengruppe, das hohe Tempo am Berg und die notwendige sehr hohe Konzentration bei immer wärmer werdenden Temperaturen, zogen an den Kräften, aber abfallen war für mich keine Option. Ich wollte unbedingt mit vorne reinfahren, nachdem ich das ganze Rennen über gut dabei war.

Für die letzten Kilometer sammelte ich nochmal alle restliche Energie, denn ich wusste, wenn jetzt kein Defekt oder Sturz passiert, dann fahre ich unter die ersten 20. Das Tempo wurde moderat, denn vor allem die Profis belauerten sich. Es gab noch mehrere Attacken, die zwar das Tempo verschärften, aber es entstanden keine größeren Lücken mehr. In der vorletzten Runde gab es einen Sturz in der Zielkurve. Zwei Fahrerinnen, darunter Beate Zanner und Profifahrerin Romy Kasper, stürzten direkt vor mir. Ich konnte grade noch ausweichen und den Anschluss zu den 12 Fahrerinnen, darunter 6 Profifahrerinnen, wiederherstellen.

In der Zielkurve wurde dann von Katrin Hammes attackiert, die Gruppe zerriss und 7 Fahrerinnen, wovon 6 aus einem Profirennstall kommen, sprinteten um den Sieg, den Lisa Brennauer von WNT Rotor gewinnen konnte. Kurz dahinter überholte ich auf der Zielgeraden noch zwei Bundesligafahrerinnen und holte mir damit den starken 8. Platz mit nur 9 Sekunden Rückstand auf die Deutsche Meisterin.

Ich war völlig überwältigt! Nach der Ansage mit den zwei Minuten Karenzzeit wusste ich nicht, ob ich das Rennen überhaupt fertig fahren kann. Ich dachte mehr als einmal, dass es gleich vorbei ist, als meine Beine anfingen zu krampfen. Ich kämpfte und der Gedanke in meinem Kopf, auf jeden Fall das Ziel erreichen zu wollen, gab mir die Motivation, weiter zu pedalieren. Als ich nach knapp 3 Stunden Fahrzeit das Ziel unter den Besten 10 erreichte und noch einige Profis hinter mir lassen konnte, konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten und wurde freudestrahlend von meinem Team und meiner Familie empfangen. Ohne die Unterstützung durch Anfeuerungsrufe, Verpflegung und Begleitung an der Strecke, wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen.

Am Freitag fanden zudem die Deutsche Meisterschaft im Einzelzeitfahren in Spremberg bei Cottbus statt, wo ich auch teilgenommen habe, um meine Zeitfahrqualitäten zu testen. Dieses Zeitfahren gehörte zu der Reihe der Bundesligarennen, sodass ich auch dort mit meinem Team RSG Placeworkers am Start stand. Erst vor 3 Wochen habe ich mir ein Zeitfahrrad zugelegt und jede freie Minute genutzt, um darauf zu trainieren. Zeitfahren benötigt enorm viel Training, eine gute Sitzposition und einfach viel Zeit auf dem Rad. Mit nur wenigen Wochen Vorbereitung war es ein erster Test, wie gut bzw. wie schnell ich die 30 km lange Strecke zurücklegen kann. Mit einer Zeit von 00:45:43.15 belegte ich den 34. Rang in der Gesamtergebnisliste. Die schnellste war Canyon/Sram Fahrerin Lisa Klein mit 00:38:49.12. Für mein erstes Zeitfahren bin ich auf jeden Fall sehr zufrieden damit, darauf kann ich jetzt aufbauen. Ich muss noch an meiner Sitzposition arbeiten und einfach viel Zeit auf dem Zeitfahrrad verbringen. Zwar sind es anstrengende, harte Minuten beim Zeitfahren, aber es macht mir großen Spaß, sodass ich da weiter dran arbeiten werde.

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