Tour de Feminin in Tschechien

Als Gastfahrerin für die Wheel Divas bei der Tour de Feminin gestartet.

Am vergangenen Wochenende durfte ich zum ersten Mal bei einer Rundfahrt mitfahren. Die „Tour de Feminin“, eine UCI Rundfahrt der Kategorie 2.2, fand in Tschechien an der Grenze zu Deutschland, hauptsächlich in Krasna Lipa, statt. Es gab 5 Etappen, wovon am dritten Tag ein Einzelzeitfahren dabei war und insgesamt wurde eine Strecke von 400 km und über 5000 hm zurückgelegt.

Am Mittwoch machte ich mich auf in Richtung Tschechien, wo ich nach über 7 Stunden Autofahrt dann auch gut in der Unterkunft in Varnsdorf ankam. Dort warteten bereits die Mechaniker und Leiter des Teams „Wheel Divas“, für die ich als Gastfahrerin starten durfte. Nach einer kleinen Einrollrunde am Abend ging es am Donnerstagnachmittag mit der 1. Etappe los.

1. Etappe Tour de Feminin: 119,4 km
Die Erste war auch gleichzeitig die längste Etappe und die einzige, bei der wir trocken blieben. Der Start war in Krasna Lipa und das Ziel nach knapp 120 km und 1500 hm in Varnsdorf, direkt neben unserer Unterkunft. Es ging ziemlich hektisch los. Für mich war es etwas ganz Neues mit einem sehr hohen Tempo in einem so großen Feld zu fahren und dabei eine ungekannte Strecke mit unbekannten Straßen zu bewältigen. Schnell setzte ich mich ziemlich an das Ende des Feldes, ich fühle mich in mitten der vielen Rennradfahrerinnen noch sehr unwohl. Es begann direkt recht schnell und bald kamen die ersten Anstiege, die ich aber alle gut mitgehen konnte. Ich musste mich sehr darauf konzentrieren im Feld zu fahren und auf die Fahrerinnen um mich zu achten, auch hatte ich große Angst vor Stürzen. Nach einer Weile wurde es ruhiger im Feld und ich konnte auch etwas entspannter mitfahren. An mehreren Stellen hatte ich großes Glück, dass ich nicht mit in Stürze verwickelt wurde. An den Anstiegen konnte ich immer wieder nach vorne fahren, aber in den Abfahrten ließ ich mich schnell wieder nach hinten fallen. Nach 3:12:10 h erreiche ich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 38 km/h das Ziel im Hauptfeld mit 9 Sekunden Rückstand.

2. Etappe Tour de Feminin: 104,2 km
Für den zweiten Tag war viel Regen angesagt und so starteten wir zwar um 10 Uhr in Jirikov im Trockenen, doch dank der nassen Straßen und dem bald einsetzenden Regenschauern blieben wir nicht lange trocken. Die Etappe ging über 104 km mit ca. 1500 hm von Jirikov über Rumburk und Krasna Lipa zurück zum Start, wo anschließend noch drei Runden zu fahren waren. Schon nach wenigen Minuten passierten die ersten Stürze, die Straßen waren nass und aufgrund der Hektik und des hohen Tempos im Feld musste ich vielen Stürzen ausweichen, konnte aber zum Glück alle Kurven gut fahren und ohne Sturz den ersten Anstieg bewältigen. Aufgrund des Regens und des Wassers, welches teilweise zentimeterhoch auf den Straßen stand fuhr ich die Abfahrten sehr langsam und auch mit einem guten Abstand zum Feld. Als ich dann nach etwa 20 Minuten einen Defekt an meinem Rad erkannte, den ich kurz später selber beheben konnte, und die Abfahrten unheimlich rutschig waren, war für mich klar, dass ich das Rennen einfach nur zu Ende fahren möchte. Den Anschluss an die erste Gruppe hatte ich aufgrund des Defektes verloren, sodass ich mich dahinter von Gruppe zu Gruppe wieder vorkämpfte. Als es zurück auf die letzten drei Runden ging, fand ich eine Gruppe, in der ich das Rennen dann nach 3:02 h, sturzfrei und überglücklich beendete. Leider war mein Rückstand jetzt auf über 6 Minuten gewachsen.

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Führungsarbeit bei der Tour de Feminin 2019 in Tschechien

3. Etappe Tour de Feminin: Einzelzeitfahren 14,6 km (250 hm)
Für Samstag standen dann zwei Etappen auf dem Programm, ein Zeitfahren und eine kurze Etappe am Nachmittag. Um 10 Uhr war der offizielle Start, ich rollte um 10.57 Uhr die Startrampe in Krasna Lipa herunter. Und auch an diesem Tag regnete es wieder aus allen Wolken, das Wasser stand wieder auf der Straße und schnell konnte ich durch meine Brille nur noch wenig sehen. Ich entschied mich mit dem Straßenrad zu fahren und nicht mit dem Zeitfahrrad, da die Strecke recht hügelig und ziemlich nass war. Das war eine sehr gute Entscheidung, ich konnte die Berge gut hochdrücken und die Abfahrten trotz wenig Sicht schnell hinunterfahren. Es waren unheimlich anstrengende 25 Minuten, aber es machte sehr viel Spaß durch den Regen zu sausen. Am Ende stand eine Zeit von 24: 58 und damit ein starker 34. Platz in der Gesamtwertung.

4. Etappe Tour de Feminin: 71,2 km
Am Samstag stand dann noch eine etwas kürzere Runde auf dem Programm, es galt eine knapp 25 km lange Runde dreimal zu fahren. Der Start war um 16.05 Uhr in Rumburk, wo nach 71,2 km und 1050 hm auch wieder das Ziel war. Und wieder wurden wir nicht vom Regen verschont, am Ende der ersten Runde setzte ein Unwetter ein, sodass in wenigen Sekunden alles unter Wasser stand. Daraufhin zerriss das Feld und weil ich wieder recht weit hinten gefahren bin, konnte ich den Anschluss an die erste Gruppe nicht halten. Ich versuchte wieder ranzufahren, aber – ich hatte es bis auf wenige Meter geschafft – am Ende der Steigung konnte ich keine Kraft mehr aufbringen, noch über die Kuppe zu treten und verlor auf der anschließenden Abfahrt wieder den Kontakt. Die restlichen Kilometer blieb ich dann in einer Gruppe, bevor ich 8 km vor dem Ziel am steilsten Stück noch mal von der Gruppe wegfuhr und anschließend nach einem zweiten Zeitfahren einen Vorsprung von 30 Sekunden ins Ziel rettete. Alleine über die Ziellinie zu fahren war noch mal ein ganz tolles Gefühl. In der Gesamtwertung stand ich nun auf dem 78. Rang mit 13:15 Minuten Rückstand.

5. Etappe Tour de Feminin: 90,5 km
Die letzte Etappe war noch mal ein absolutes Highlight für mich, weil ich es einfach genießen konnte, meine erste Rundfahrt bestritten zu haben und mich trotz müder Beine sehr gut gefühlt habe. Der Start war in Varnsdorf, anschließend führte die Strecke über Chribska, Ceska Kamenice und Doubice zurück nach Krasna Lipa, 90,2 km mit 1600 hm. Um 10 Uhr ging es zum letzten Mal los durch die schöne Landschaft Tschechiens und mit dem Gedanken, die Etappe einfach nur gut überstehen zu wollen lief es von Anfang an sehr gut. Zwar konnte ich mich wieder nicht in der Spitzengruppe behaupten, aber in der Gruppe, in der ich dann landete konnte ich gut Druck machen und hab viel Tempoarbeit geleistet, um einer Teamkollegin zu helfen. Das machte mir große Freude und ich konnte die letzte Etappe sehr genießen, obwohl, oder vielleicht auch genau deshalb, sie zwischendurch sehr anstrengend war und ich viel kämpfen musste. Auf den letzten 10 Kilometer blieb dann auch wieder der Regen nicht aus und wieder stand innerhalb weniger Sekunden alles unter Wasser. An dieser Stelle zerriss die Gruppe, wobei ich unter den Ersten bleiben konnte und nach einer kurzen Aufholjagd auf den nassen Abfahrten mit einem Rückstand von 5:22 auf die Erste das Ziel mit einem großen Lächeln im Gesicht erreichte. Am Ende konnte ich mich durch diese Etappe noch auf den 63. Rang in der Gesamtwertung vorarbeiten und meine erste Rundfahrt stolz beenden.

Ich habe über die 4 Tage unglaublich viele neue Erfahrungen gesammelt und viel gelernt, was mich definitiv sehr viel weiterbringt. Ich hatte unglaublichen Spaß, konnte an meine körperlichen Grenzen stoßen und trotzdem jede Etappe mit einem Lächeln beenden, bin sturzfrei geblieben und freue mich jetzt schon auf eine weitere Rundfahrt.

Sportliche Grüße
Eure Svenja

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